Der PICO 4 ist auch 2026 noch ein interessantes VR-Headset für alle, die bei Spielen nicht nur auf rohe Leistung, sondern vor allem auf Komfort, Bildschärfe und ein sauberes Gesamtpaket schauen. In diesem Test ordne ich ein, wie das Gerät im Alltag wirkt, wo seine technischen Stärken liegen und an welchen Stellen es inzwischen sichtbar älter ist. Für Leser mit Gaming-Fokus ist vor allem die Frage wichtig, ob der PICO 4 noch eine sinnvolle Wahl ist oder ob sich der Griff zum neueren Modell eher lohnt.
Die wichtigsten Punkte zum PICO 4 auf einen Blick
- Der PICO 4 bleibt ein komfortables Standalone- und PCVR-Headset mit guter Bildschärfe und ausgewogenem Sitz.
- Offiziell genannt werden 4320 × 2160 Pixel, 72/90 Hz, 105° FoV und Pancake-Linsen.
- Im Alltag helfen die Rückbatterie, die IPD-Verstellung und der vernünftige Lieferumfang, vor allem bei längeren Sessions.
- Schwächen sind vor allem das Alter der Plattform, mögliche Ghosting-Effekte und der im Vergleich zum PICO 4 Ultra geringere Zukunftspuffer.
- Als klassische Konsolenlösung taugt das Headset nur bedingt, als eigene VR-Plattform mit PC-Anbindung aber weiterhin ordentlich.
Was der PICO 4 heute noch ist
Ich würde den PICO 4 nicht als veraltetes Gerät abstempeln, sondern als ein Headset mit klarer Rolle: leicht zugängliche VR, solide Bildqualität und ein Aufbau, der auf längere Nutzung ausgelegt ist. Offiziell arbeitet das Modell mit dem Snapdragon XR2 Gen1, bietet 8 GB RAM, je nach Version 128 oder 256 GB Speicher und läuft mit PICO OS 5.0. Dazu kommen die PICO-Funktionen für Desktop-Verbindung und ein eigener Store, was das Gerät deutlich näher an einer eigenständigen Plattform als an einem Zubehör für eine Konsole rückt.
Gerade das ist der erste wichtige Punkt für die Einordnung: Der PICO 4 ist kein Konsolenersatz, sondern eine eigene VR-Umgebung. Wer aus der Welt von PlayStation oder Xbox kommt, erwartet oft eine feste Spielebibliothek und eine sehr geschlossene Nutzerführung. Der PICO 4 funktioniert anders. Er belohnt eher Spieler, die VR bewusst als separates Ökosystem sehen und sich mit Standalone-Titeln oder PCVR anfreunden können. Genau daraus ergibt sich auch seine Stärke im Alltag. Man bekommt kein kompliziertes Nischenprodukt, sondern ein Headset, das nach einem normalen Spielgerät funktioniert.
Zur Einordnung gehört für mich auch der Lieferumfang: Headset, zwei Controller, Gläserabstandshalter, Nasenauflage, Handgelenkschlaufen, Ladegerät und Kabel sind dabei. Das ist nicht spektakulär, aber vernünftig. Vor allem Brillenträger profitieren davon, dass man nicht sofort Zusatzteile nachkaufen muss. Von hier aus ist der Schritt zur Frage nach Bild und Tragekomfort ziemlich direkt.

Bild, Tracking und Tragekomfort im Alltag
Hier spielt der PICO 4 seine beste Karte aus. Die Kombination aus zwei 2,56-Zoll-Fast-LCD-Displays, 4320 × 2160 Gesamtauflösung, bis zu 90 Hz und Pancake-Linsen sorgt für ein Bild, das auch 2026 nicht billig wirkt. Besonders angenehm finde ich die Mischung aus 105° Sichtfeld und der relativ sauberen Darstellung im Zentrum. Das Headset wirkt nicht wie ein Kompromiss aus einer früheren VR-Generation, sondern eher wie ein Gerät, das damals schon die richtige Richtung eingeschlagen hat.
Im direkten Tragegefühl helfen zwei Details enorm: die motorisierte IPD-Verstellung für 62 bis 72 mm und die Gewichtsverteilung mit der Batterie hinten. Das macht den PICO 4 im Vergleich zu frontlastigen Headsets spürbar entspannter, gerade wenn eine Session länger als 20 oder 30 Minuten dauert. Ich würde das nicht als reines Komfort-Marketing abtun. Bei VR entscheidet die Balance oft darüber, ob man nach einer halben Stunde noch konzentriert spielt oder permanent an der Brille herumdrückt.
Gleichzeitig sollte man die Grenzen sauber benennen. Laut PICO Support kann bei längerem Gebrauch Schwindel oder Augenbelastung auftreten, und es wird empfohlen, etwa alle 30 Minuten eine Pause zu machen. Das ist kein Makel, sondern eine realistische Ansage für VR. Außerdem weist PICO selbst auf Ghosting und optische Reflexe hin, die vor allem in textlastigen oder sehr hellen Szenen sichtbar werden können. In schnellen Spielen fällt das oft kaum ins Gewicht, bei Menüs, Lesetexten oder kontrastreichen Interfaces kann es aber auffallen. Für mich ist das der Punkt, an dem man die Erwartung gut kalibrieren sollte: starkes Bild ja, perfekte Optik nein.
Genau deshalb ist der PICO 4 im Alltag überzeugend, aber nicht makellos. Er macht vieles richtig, ohne die physikalischen Grenzen der Optik wegzudiskutieren. Und damit landet man automatisch bei der Frage, wie gut das Gesamtpaket im Spieleinsatz und im PCVR-Umfeld wirklich ist.
Spiele, PCVR und warum er kein Konsolenersatz ist
Wenn ich den PICO 4 im Gaming-Kontext bewerte, schaue ich vor allem auf drei Dinge: Verfügbarkeit von Inhalten, Streaming-Verhalten und die Frage, wie nah sich das Ganze an einem simplen „Konsole an und los“ anfühlt. Die ehrliche Antwort lautet: nur teilweise. Das Gerät hat seinen eigenen Store und unterstützt Desktop-Verbindungen über PICO Connect, also den offiziellen Weg für PCVR-Spiele. Für viele Nutzer ist genau das die sinnvollste Nutzung, weil sich damit die Bibliothek deutlich erweitert.
Für reine Konsolenhaushalte ist das aber eine wichtige Einschränkung. Der PICO 4 dockt nicht einfach an eine PlayStation oder Xbox an und verhält sich auch nicht wie ein klassisches Konsolengerät mit festem Ökosystem. Wer genau diese Einfachheit sucht, wird mit dem Kopf in die falsche Richtung denken. Ich würde ihn eher als VR-System mit PC-Anschluss beschreiben, nicht als Ergänzung zur Konsole im engeren Sinn. Das ist kein Nachteil, solange man es vorher weiß. Es verhindert nur falsche Erwartungen.
Positiv ist, dass PICO in Deutschland weiterhin Support-Inhalte zum PICO 4 pflegt. Auf den offiziellen deutschen Support-Seiten finden sich unter anderem Anleitungen für Software-Updates, Werkseinstellungen und Spiele-Updates. Für Käufer auf dem Gebrauchtmarkt ist das nicht unwichtig, weil es zeigt: Das Gerät ist nicht völlig aus dem Pflegekreislauf gefallen. Zudem ist der Support laut offizieller Seite auch auf Deutsch erreichbar. Wer also 2026 ein gebrauchtes Exemplar prüft, hat wenigstens noch einen klaren Ansprechpartner.
Praktisch bleibt für mich trotzdem die wichtigste Regel: Der PICO 4 lohnt sich vor allem dann, wenn du VR wirklich nutzen willst und nicht nur eine Konsole „mit anderem Namen“ suchst. Genau deshalb lohnt sich im nächsten Schritt der Blick auf das neuere Modell aus derselben Familie.
PICO 4 gegen PICO 4 Ultra
| Merkmal | PICO 4 | PICO 4 Ultra | Meine Einordnung |
|---|---|---|---|
| Chip | Snapdragon XR2 Gen1 | Snapdragon XR2 Gen2 | Das Ultra ist klar neuer und leistungsstärker. |
| Arbeitsspeicher / Speicher | 8 GB + 128 GB oder 256 GB | 12 GB + 256 GB | Das Ultra hat mehr Reserve für anspruchsvollere Nutzung. |
| Display | 4320 × 2160 gesamt, 72/90 Hz | 2160 × 2160 pro Auge, 90 Hz | Beide sind scharf, aber das Ultra ist insgesamt moderner abgestimmt. |
| Optik | Pancake-Linsen, 105° FoV | Pancake-Linsen, 105° FoV | Hier ist der Abstand kleiner als bei der Rechenleistung. |
| Funk | Wi-Fi 6, Bluetooth 5.1 | Wi-Fi 7, Bluetooth 5.3 | Für kabelloses Streaming ist das Ultra die bessere Basis. |
| Kameras / Mixed Reality | Einfacheres VR-Profil mit See-through-Funktion | Zwei 32-MP-Farbkameras, Tiefensensor, Umgebungs-Kameras | Beim MR-Fokus zieht das Ultra deutlich davon. |
Aus dieser Gegenüberstellung ziehe ich eine klare redaktionelle Linie: Wer heute neu kauft und den Preisunterschied nicht eng ausreizen muss, sollte sich das Ultra ernsthaft ansehen. Der PICO 4 bleibt attraktiv, wenn der Fokus auf klassischem VR-Gaming, gutem Tragegefühl und einem vernünftigen Gesamtpreis liegt. Beim Feature-Set ist er aber nicht mehr die Speerspitze. Das ist der normale Lebenszyklus eines guten Produkts, kein Drama.
Wichtig ist für mich vor allem der Punkt mit dem Funk und dem MR-Anteil. Der PICO 4 macht vieles ordentlich, aber das Ultra ist das Gerät, auf das PICO die modernere Plattform geschoben hat. Wer kabelloses Streaming, schnellere Hardware und stärkere Mixed-Reality-Funktionen sucht, sieht hier sehr schnell die Richtung. Damit ist die letzte Entscheidung weniger technisch als praktisch: Für wen reicht der PICO 4 noch aus?
Für wen sich der Kauf 2026 noch lohnt
Ich würde den PICO 4 2026 vor allem drei Gruppen empfehlen:
- Spieler, die ein komfortables VR-Headset für Standalone-Titel und gelegentliches PCVR suchen.
- Nutzer, die ein älteres Modell gezielt günstiger bekommen und nicht das Top-MR-Paket brauchen.
- Brillenträger oder längere Sessions, bei denen die ausgewogene Gewichtsverteilung einen echten Unterschied macht.
Weniger passend ist er für alle, die Mixed Reality als Kernfunktion sehen, die das stärkste kabellose Streaming wollen oder von einer modernen Plattform möglichst lange profitieren möchten. In diesen Fällen würde ich nicht aus Nostalgie zum älteren Modell greifen. Der Abstand zum PICO 4 Ultra ist dann zu groß, vor allem bei Rechenleistung und Funkstandard.
Für deutsche Käufer kommt noch ein praktischer Punkt dazu: Der offizielle Support ist erreichbar, und das ist gerade bei Gebrauchtkäufen ein echter Sicherheitsfaktor. Wenn ich heute ein Exemplar prüfe, wäre für mich die Frage nicht nur „Funktioniert es?“, sondern auch „Ist der Zustand sauber, sind Controller und Zubehör vollständig und ist der Preisabstand zum Ultra wirklich groß genug?“. Wenn die letzte Antwort nein ist, würde ich direkt weitergehen.
Worauf ich vor dem Kauf noch achten würde
Vor einem Kauf würde ich vier Dinge prüfen: den Zustand der Controller, die Passform bei meiner Kopfform, die realistische Preisdifferenz zum PICO 4 Ultra und die Frage, ob ich das Headset primär standalone oder am PC nutzen will. Genau diese vier Punkte entscheiden in der Praxis mehr als die nackte Datenliste.
Mein Fazit ist deshalb recht klar: Der PICO 4 ist kein schwaches Gerät, sondern ein gut gebautes VR-Headset mit vernünftiger Optik, sauberer Balance und brauchbarem PCVR-Zugang. Als Allrounder hält er sich noch ordentlich, als Zukunftsinvestition verliert er aber gegen das neuere Modell. Wenn du heute kaufen willst, würde ich den PICO 4 nur dann nehmen, wenn der Preis wirklich stimmt und du genau weißt, dass du vor allem klassisches VR-Gaming willst. Für alle anderen ist der Blick auf das Ultra die klügere Abkürzung.