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Deutscher Spielepreis - Welche Brettspiele wirklich überzeugen?

Ulrich Stock

Ulrich Stock

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11. April 2026

Spielbrett mit Figuren und Karten. Die Karten "KUNDSCHAFTER", "REISEN", "ENTDECKER" und "MATROSE" sind ausgelegt. Eine deutsche Spielepreis Liste könnte diese Elemente zeigen.

Der Deutsche Spielepreis ist für viele Brettspielfans der spannendste Gegenpol zu klassischen Jurypreisen: Hier entscheidet nicht ein kleines Gremium, sondern eine breite Spielerschaft aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Wer die Rangliste richtig liest, erkennt schnell, welche Titel im jeweiligen Jahr wirklich getragen wurden, welche Spiele langfristig relevant bleiben und wie sich der Geschmack der Szene verschiebt.

Die wichtigsten Punkte in Kürze

  • Der Deutsche Spielepreis ist ein Community-Award, kein reiner Juryentscheid.
  • Für einen Jahrgang zählen Spiele, die zwischen 1. Mai und 30. April auf Deutsch erschienen sind.
  • Die Abstimmung läuft von Anfang Mai bis Ende Juli; zuerst wird die Top 10 veröffentlicht, später die Top 3.
  • Die aktuell vollständig veröffentlichte Siegerliste endet bei SETI als Gewinner 2025.
  • Wer die Liste sinnvoll nutzen will, sollte zwischen Gewinnern, Top 10 und passender Spielrunde unterscheiden.

Was der Deutsche Spielepreis wirklich auszeichnet

Auf der offiziellen Seite der SPIEL Essen wird der Deutsche Spielepreis als Auszeichnung der Spielerschaft beschrieben, und genau das macht ihn so interessant. Ich lese ihn weniger als starre Expertenwertung, sondern als Stimmungsbild der Brettspielszene: Welche Titel wurden wirklich gespielt, empfohlen und über Monate hinweg weitergetragen?

Das ist ein wichtiger Unterschied zu vielen anderen Preisen. Ein DSP-Sieger muss nicht nur gut sein, er muss auch eine große Gruppe von Spielerinnen und Spielern überzeugen. Deshalb tauchen hier oft Spiele auf, die nicht nur einen Trend bedienen, sondern auch nach vielen Partien noch Gesprächsstoff liefern.

Für Leserinnen und Leser bedeutet das: Die Liste ist nicht bloß ein dekoratives Ranking. Sie hilft dabei, Spiele einzuordnen, die sich in der Praxis bewährt haben, statt nur auf dem Papier zu glänzen. Genau deshalb lohnt sich der Blick auf die Struktur der Abstimmung, bevor man die eigentliche Rangfolge liest.

Warum die Liste eher Top 10 als klassische Nominierungen zeigt

Der Deutsche Spielepreis funktioniert anders als viele andere Brettspielpreise. Es gibt keine klassische Nominierungsjury, die erst eine kleine Shortlist zusammenstellt. Stattdessen gibt es eine öffentliche Abstimmung, an der sich alle Beteiligten in der DACH-Region beteiligen können. Der Merz-Verlag veröffentlicht daraus zunächst die zehn punktstärksten Spiele, später folgt die endgültige Platzierung der Spitze.

Für die Einordnung ist das entscheidend, denn wer nach „Nominierten“ sucht, meint in der Praxis meist genau diese Top 10. Die eigentliche Mechanik ist dabei recht klar:

Element Was das bedeutet
Wahlberechtigte Spielerinnen und Spieler sowie weitere Personen aus der Brettspielszene in Deutschland, Österreich und der Schweiz
Jahrgang Spiele, die zwischen dem 1. Mai und dem 30. April des Folgejahres auf Deutsch erschienen sind
Punkte Platz 1 bis 5 werden mit 5 bis 1 Punkten gewichtet, dazu kommt ein Favorit für das beste Kinderspiel
Veröffentlichung Im August erscheint die Top 10, die Plätze 3 bis 1 werden zur SPIEL in Essen bekanntgegeben

Das klingt technisch, ist aber inhaltlich sehr hilfreich: Die Liste zeigt keine zufällige Vorauswahl, sondern die Spiele mit der stärksten Unterstützung über viele Stimmen hinweg. Wer also die deutsche Spielepreis-Liste liest, sollte sie eher als Rangordnung mit Community-Gewicht verstehen als als starre Nominierungsmappe. Mit diesem Blick wird die aktuelle Top 10 deutlich aussagekräftiger.

Die aktuelle Top-10-Liste des Jahrgangs 2025

Die zuletzt abgeschlossene Liste stammt aus dem Jahr 2025, und für mich ist sie besonders spannend, weil sie sehr breit aufgestellt ist. Da stehen große Expertentitel, kooperative Spiele, starke Kartenkonzepte und auch sehr zugängliche Titel nebeneinander. Für 2026 läuft die Abstimmung bereits, deshalb ist 2025 die letzte vollständig veröffentlichte Rangfolge, an der man sich sauber orientieren kann.

Platz Spiel Warum es auffällt
1 SETI: Auf der Suche nach außerirdischem Leben Ein klarer Sieger im Expertenspielbereich, thematisch sehr präsent
2 Endeavor: Die Tiefsee Zeigt, dass auch anspruchsvollere Spiele breite Zustimmung bekommen
3 Bomb Busters Kooperativer Titel mit großem Publikumsecho
4 Castle Combo Kurzer, eleganter Kartentitel mit viel Zugänglichkeit
5 Faraway Kompakt, taktisch und sehr gut für wiederholte Partien
6 Civolution Ambitionierter Kennerspiel-Eintrag mit starkem Profil
7 Blood on the Clocktower Soziales Deduktionsspiel, das im Publikum polarisiert und fasziniert
8 Slay the Spire: Das Brettspiel Bekannte Spielvorlage, die auch auf dem Tisch funktioniert
9 Astrobienen Ungewöhnliches Thema und gutes Signal für die Offenheit der Szene
10 Dune: Imperium Uprising Starker Abschluss der Top 10 mit hoher Markenpräsenz

Ich lese diese Top 10 nicht als homogene Liste, sondern als Mischbild der aktuellen Brettspielkultur. Der Jahrgang 2025 wirkt auf mich bewusst breit: Nicht nur ein Mechanismus oder eine Zielgruppe dominiert, sondern mehrere starke Spieltypen stehen nebeneinander. Genau das macht die Liste wertvoll, weil sie nicht nur Trends abbildet, sondern auch zeigt, welche Titel in sehr unterschiedlichen Gruppen funktionieren können.

Wer die 2026er Abstimmung verfolgt, kann sich an diesem Muster orientieren: Gute DSP-Platzierungen entstehen selten nur aus Hype, sondern meist aus Spieltiefe, guter Zugänglichkeit und dem Gefühl, dass ein Titel am Tisch wirklich etwas kann. Werfen wir deshalb als Nächstes einen Blick darauf, wie sich die Sieger historisch entwickelt haben.

Die Sieger seit 1990 im kompakten Überblick

Wenn man die Hauptpreisträger seit 1990 nebeneinanderlegt, wird die Entwicklung der Brettspielszene sehr deutlich. In den frühen Jahren prägen eher klassische Familien- und Strategiespiele das Bild, später dominieren moderne Eurogames, dann zunehmend auch kooperative, thematische und mechanisch vielfältige Titel. Für mich ist diese Chronologie fast so nützlich wie die aktuelle Top 10, weil sie zeigt, welche Spiele über ihr Erscheinungsjahr hinaus Wirkung entfaltet haben.

1990er Jahre

Jahr Gewinner
1990 Adel verpflichtet
1991 Das Labyrinth der Meister
1992 Der fliegende Holländer
1993 Modern Art
1994 6 nimmt!
1995 Die Siedler von Catan
1996 El Grande
1997 Löwenherz
1998 Euphrat & Tigris
1999 Tikal

2000er Jahre

Jahr Gewinner
2000 Tadsch Mahal
2001 Carcassonne
2002 Puerto Rico
2003 Amun-Re
2004 Sankt Petersburg
2005 Louis XIV
2006 Caylus
2007 Die Säulen der Erde
2008 Agricola
2009 Dominion

2010er Jahre

Jahr Gewinner
2010 Fresko
2011 7 Wonders
2012 Village
2013 Terra Mystica
2014 Russian Railroads
2015 Auf den Spuren von Marco Polo
2016 Mombasa
2017 Terraforming Mars
2018 Azul
2019 Flügelschlag

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2020er Jahre

Jahr Gewinner
2020 Die Crew
2021 Die verlorenen Ruinen von Arnak
2022 Arche Nova
2023 Planet Unknown
2024 Mischwald
2025 SETI

Wer diese Jahrzehnte nebeneinanderlegt, sieht zwei Dinge sehr klar: Erstens haben einzelne Autoren und Verlage die Szene über lange Strecken geprägt. Zweitens ist der Preis heute deutlich breiter aufgestellt als in den frühen Jahren. Gerade diese Mischung aus Kontinuität und Wandel macht die Liste für Brettspiel-Fans so lesenswert, weil sie nicht nur Gewinner sammelt, sondern Entwicklung sichtbar macht.

Für die eigene Orientierung ist das hilfreich, denn nicht jeder Sieger passt zu jeder Spielrunde. Genau deshalb lohnt sich im nächsten Schritt der Blick darauf, welche Titel aus der Liste ich je nach Tisch und Erwartung wirklich empfehlen würde.

Welche Titel aus der Liste ich für verschiedene Spielrunden empfehlen würde

Ich würde eine DSP-Liste nie als reine Einkaufsliste lesen. Der häufigste Fehler ist, nur auf den ersten Platz zu schauen und daraus eine pauschale Empfehlung für alle abzuleiten. Bei Brettspielen zählen aber immer auch Spielzeit, Lernkurve, Interaktion und die Leute am Tisch. Ein Sieger kann brillant sein und trotzdem für deine Runde unpassend.
Spielrunde Gute Titel aus der Liste Warum sie passen
Familie und Gelegenheitsspieler Carcassonne, Azul, Mischwald Leicht zugänglich, schnell erklärt, trotzdem mit genug Tiefe für mehrere Partien
Kurz und clever 6 nimmt!, Dominion, Die Crew Ideal, wenn nicht viel Zeit da ist und trotzdem Spannung am Tisch entstehen soll
Strategische Abendrunde Puerto Rico, Terra Mystica, Russian Railroads Mehr Entscheidungsdruck, mehr Planung, mehr Spielraum für langfristige Entwicklung
Anspruchsvolle Vielspieler SETI, Terraforming Mars, Arche Nova Große Systeme, starke Wiederspielbarkeit und deutlich mehr Tiefe als in Familientiteln
Gruppen mit Spaß an Diskussion und Deduktion Blood on the Clocktower, The Crew Starker Gesprächsanteil, soziale Dynamik und sehr unterschiedliche Spielmomente

Mein pragmatischer Filter ist einfach: Zuerst schaue ich auf die Gruppe, dann auf die Spieldauer, dann auf die Komplexität. Erst danach kommt die Frage, ob ein Titel Preisgeschichte geschrieben hat. So vermeidest du Fehlkäufe und landest schneller bei Spielen, die am eigenen Tisch wirklich funktionieren. Und genau diese Perspektive ist auch für den Jahrgang 2026 nützlich, denn dort entscheidet wieder nicht nur Qualität, sondern vor allem, welche Spiele sich in vielen Runden behaupten.

Was für die Liste 2026 jetzt schon wichtig ist

Für den Jahrgang 2026 läuft die Abstimmung bereits, und genau deshalb lohnt sich ein nüchterner Blick auf die bisherigen Sieger. Wer die Liste künftig verfolgen will, sollte weniger auf einzelne Hypes achten und mehr auf Spiele, die in breiten Gruppen funktionieren. Genau solche Titel sammeln über Monate hinweg Punkte.

Für mich ist der größte Mehrwert des Deutschen Spielepreises deshalb nicht die reine Rangfolge, sondern die Orientierung, die daraus entsteht. Die Liste zeigt, welche Brettspiele im jeweiligen Jahr eine echte Community hinter sich versammelt haben, und sie hilft dabei, gute Titel von wirklich praxistauglichen Titeln zu unterscheiden. Wer das im Hinterkopf behält, liest die nächste Siegerliste deutlich bewusster und trifft beim eigenen Spielekauf bessere Entscheidungen.

Häufig gestellte Fragen

Der Deutsche Spielepreis ist ein Community-Award, bei dem Spieler aus Deutschland, Österreich und der Schweiz über die besten Brettspiele des Jahres abstimmen. Er gilt als Stimmungsbild der Brettspielszene.

Im Gegensatz zu Jurypreisen entscheidet beim DSP eine breite Spielerschaft. Das macht ihn zu einem Indikator dafür, welche Spiele wirklich gespielt und empfohlen werden, nicht nur von Experten.

Es zählen Spiele, die zwischen dem 1. Mai und 30. April des Folgejahres auf Deutsch erschienen sind. Die Abstimmung läuft von Mai bis Juli.

Spieler können ihre Top 5 Spiele bewerten. Die Punkte werden gewichtet (Platz 1 = 5 Punkte, Platz 5 = 1 Punkt). Zuerst wird die Top 10 veröffentlicht, die Top 3 dann zur SPIEL in Essen.

Betrachte die Liste nicht nur als Einkaufsführer. Berücksichtige deine Spielrunde, die Spieldauer und Komplexität. Die Liste zeigt, welche Spiele in der Praxis funktionieren, nicht nur auf dem Papier.
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Autor Ulrich Stock
Ulrich Stock
Mein Name ist Ulrich Stock und ich bringe 12 Jahre Erfahrung im Bereich Spiele, Freizeit und Wissen mit. Schon früh habe ich eine Faszination für die Welt der Spiele entwickelt, sei es in Form von Brett- und Kartenspielen oder digitalen Abenteuern. Diese Leidenschaft hat mich dazu inspiriert, nicht nur selbst zu spielen, sondern auch mein Wissen und meine Erfahrungen mit anderen zu teilen. Ich schreibe über verschiedene Themen, die von Spielstrategien bis hin zu den neuesten Trends in der Freizeitgestaltung reichen. Dabei lege ich großen Wert darauf, meine Informationen sorgfältig zu recherchieren und komplexe Themen verständlich aufzubereiten. Mein Ziel ist es, meinen Lesern nützliche und aktuelle Inhalte zu bieten, die ihnen helfen, die Vielzahl an Möglichkeiten in der Welt des Spiels und der Freizeitgestaltung besser zu verstehen.
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