Der New-Game-Plus-Modus macht aus einem abgeschlossenen God-of-War-Durchlauf keinen bloßen Neustart, sondern eine zweite Runde mit mehr Spielraum. Wer die Geschichte noch einmal erleben will, bekommt je nach Teil unterschiedliche Extras: im 2018er Spiel vor allem stärkere Ausrüstung und neue Beute, in Ragnarök zusätzlich neue Progressionspfade, weitere Rüstungen und mehr Feintuning für Builds. Genau deshalb lohnt es sich, vor dem Start zu wissen, was erhalten bleibt, was erst später freigeschaltet wird und wann sich der Modus wirklich auszahlt.
Die wichtigsten Punkte auf einen Blick
- NG+ startet erst nach dem Abschluss der Hauptstory und lässt dich mit einem großen Teil deines Fortschritts in eine neue Runde gehen.
- Im 2018er God of War bleiben unter anderem Waffen, Rüstungen, Talismane, Ressourcen und Fähigkeiten erhalten.
- God of War Ragnarök trägt zusätzlich Ausrüstung, Waffen inklusive des Draupnir-Speers und Skills in den zweiten Durchlauf.
- Beide Modi setzen auf stärkere Gegner, neue Ausrüstung und mehr Freiraum für Builds, aber Ragnarök erweitert das System deutlich stärker.
- Wer vor dem Start ein klares Build-Ziel festlegt, holt aus NG+ wesentlich mehr heraus als mit einem spontanen Neustart.
Was New Game Plus in God of War eigentlich leistet
Ich sehe New Game Plus in God of War vor allem als Modus für Spieler, die den zweiten Lauf bewusst spielen wollen. Die Story bleibt dieselbe, aber der Fortschritt wird nicht zurückgesetzt, und genau dadurch verändert sich das Tempo: Du kennst die Kämpfe bereits, setzt aber von Anfang an auf ein fertiges oder fast fertiges Build.
Das ist der eigentliche Reiz. NG+ ist keine neutrale Wiederholung, sondern eine zweite Kampagne mit mehr Druck, mehr Belohnungen und mehr Raum für Feinschliff. Gegner sind robuster, einige Attacken verhalten sich anders und die neuen Belohnungen sind darauf ausgelegt, bestehende Sets weiter auszubauen statt einfach nur Inhalte zu wiederholen. Wer den Modus nur als erneutes Durchspielen sieht, unterschätzt ihn ziemlich deutlich.
Gerade bei God of War ist das wichtig, weil sich die modernen Teile ähnlich anfühlen, aber im Detail anders funktionieren. Genau dort lohnt sich der Vergleich zwischen dem 2018er Spiel und Ragnarök. Daraus ergibt sich auch, welche Version von NG+ für welchen Spielertyp sinnvoll ist.

Was im zweiten Durchlauf bleibt und was neu dazukommt
Je nachdem, ob du God of War (2018) oder God of War Ragnarök spielst, sieht NG+ etwas anders aus. Die Grundidee ist gleich, aber Ragnarök baut deutlich mehr auf dem System auf. Für die Praxis heißt das: Der zweite Durchlauf ist nicht nur schwerer, sondern auch flexibler.
| Bereich | God of War (2018) | God of War Ragnarök |
|---|---|---|
| Freischaltung | Nach Abschluss der Hauptstory auf beliebigem Schwierigkeitsgrad | Nach Abschluss der Hauptstory mit NG+-Speicherstand |
| Übernommener Fortschritt | Rüstungen, Verzauberungen, Talismane, Ressourcen, Fähigkeiten und Waffen | Ausrüstung, Waffen inklusive Draupnir-Speer und Skills |
| Neue Inhalte | Skap Slag, neue Seltenheitsstufe für Ausrüstung, neue Rüstungssets und Verzauberungen | Neue Ausrüstung, höheres Level-Cap, neue Enchantments, neue Progressionspfade, erweiterte Niflheim-Arena |
| Grenzen am Anfang | Mehr Gegnerdruck und teils neue Angriffsmuster, Cinematic-Skip nach erstem Durchlauf | Sonic- und Hex-Arrows sind am Start nicht verfügbar, bestimmte Bereiche bleiben storygebunden |
| Besondere Extras | Neue Rüstungssets und stärkeres Crafting über Skap Slag | Black-and-White-Render-Modus, Burdens, zusätzliche Rüstungsvarianten, neue Boss-Anpassungen |
Für mich ist der größte Unterschied nicht nur die Menge an neuem Loot, sondern die Art des Fortschritts. Das ältere NG+ baut stark auf Upgrade-Ökonomie und neuen Ausrüstungsoptionen auf, während Ragnarök das gesamte System breiter zieht. Dort bekommst du mehr Stellschrauben für Builds, mehr Varianten bei den Bosskämpfen und ein klarereres Gefühl dafür, dass der zweite Lauf wirklich eine eigene Runde ist.
Wer das sauber einordnet, vermeidet die meisten Frustmomente vor dem Neustart. Danach geht es darum, den Run sinnvoll vorzubereiten.
So bereite ich einen NG+-Run vor
Ich würde vor dem Neustart nicht einfach blind auf „Neues Spiel Plus“ drücken, sondern den Durchlauf mit einem Ziel starten. Das spart Zeit und verhindert, dass du mitten im zweiten Run merkst, dass dein Build nicht sauber steht. Vor allem bei Ragnarök macht es einen großen Unterschied, ob du nur „irgendwie stärker“ sein willst oder bewusst auf eine bestimmte Spielweise hinarbeitest.
- Hauptstory wirklich abschließen. Ohne vollständigen Story-Abschluss lässt sich NG+ nicht starten. Leg dir am besten vorher einen separaten Speicherstand an, damit du jederzeit zurück kannst.
- Dein Lieblingsbuild festziehen. Wenn du in Ragnarök spielst, lohnt sich ein Blick auf Level-9-Gear, weil diese Ausrüstung später in Plus-Versionen überführt werden kann. Im 2018er God of War ist Skap Slag die zentrale NG+-Ressource für den weiteren Ausbau.
- Wichtige Ressourcen nicht wahllos verbrennen. Hacksilver, XP und seltene Materialien sind im zweiten Durchlauf nützlich, aber nur dann, wenn du sie in die richtige Ausrüstung steckst. Übergangslösungen teuer aufzuwerten, fühlt sich fast immer schlechter an als zu warten.
- Schwierigkeitsgrad bewusst wählen. NG+ ist nicht automatisch nur „mehr vom Gleichen“. In beiden Spielen können Kämpfe spürbar härter ausfallen, und in Ragnarök gibt es zusätzlich Burdens, mit denen du den Run noch brutaler machen kannst.
- Nebeninhalte vorher erledigen, wenn du sie wirklich mitnehmen willst. Besonders optionale Bosskämpfe und hochwertige Builds sind vor dem Neustart oft sinnvoller als danach. Ich würde nur Dinge offenlassen, die ich bewusst erst in NG+ testen will.
Ein sauber vorbereiteter Run wirkt dadurch deutlich runder. Und genau an diesem Punkt stellt sich die nächste Frage: Für wen lohnt sich der Modus überhaupt, und für wen eher nicht?
Für wen sich NG+ wirklich lohnt
NG+ ist kein Pflichtmodus. Wer nur die Geschichte einmal erleben will, braucht ihn nicht. Wer aber mit dem Kampfsystem arbeiten, seine Ausrüstung schärfen oder einen härteren Lauf testen möchte, bekommt sehr viel zurück. Genau deshalb würde ich den Modus in drei klare Spielertypen einordnen.
| Spielertyp | Was der Modus bringt | Mein Urteil |
|---|---|---|
| Story-Spieler | Cinematic-Skip, vertraute Kampagne, schnellerer Wiedereinstieg | Lohnt sich, wenn du die Geschichte noch einmal willst, aber nicht wieder alles neu aufbauen möchtest |
| Build-Tüftler | Neue Rüstungen, stärkere Enchantments, zusätzliche Progression und mehr Kombinationsmöglichkeiten | Sehr lohnend, weil der zweite Lauf das Kampfsystem tatsächlich erweitert |
| Challenge-Spieler | Härtere Gegner, neue Angriffsmuster, Burdens und zusätzliche Boss-Anpassungen | Besonders lohnend, wenn du bewusst an deine Grenzen gehen willst |
| Einmal-und-fertig-Spieler | Wenig Mehrwert, wenn dich nur die Handlung interessiert | Eher verzichtbar, außer du willst einzelne Builds oder Bosse nachholen |
Wenn ich den Modus nüchtern bewerte, ist er vor allem für alle interessant, die God of War nicht nur durchspielen, sondern ausreizen wollen. Gerade Ragnarök bietet dafür genug Material, während der 2018er Teil stärker über das klassische Endgame-Upgrade funktioniert. Beides ist gut, nur eben für leicht unterschiedliche Erwartungen.
Damit bleibt noch der Teil, an dem die meisten Runs unnötig schlechter werden, als sie sein müssten: die typischen Fehler vor und im zweiten Durchlauf.
Typische Fehler, die den zweiten Durchlauf unnötig schwer machen
- Zu früh starten. Wer ohne klares Build oder ohne saubere Ausrüstung loslegt, verschwendet den größten Vorteil von NG+.
- Ressourcen auf Zwischenlösungen werfen. Es fühlt sich kurzfristig gut an, ein halbfertiges Set aufzurüsten, lohnt sich langfristig aber oft nicht.
- Gegnerdruck unterschätzen. NG+ ist nicht nur „mehr Lebenspunkte“. Gerade stärkere Feinde und zusätzliche Boss-Anpassungen zwingen dich dazu, sauberer zu spielen.
- In Ragnarök die Story-Gates vergessen. Dass du Waffen und Skills behältst, heißt nicht, dass sofort alle Bereiche offen sind. Manche Zugänge bleiben bis zum passenden Storypunkt gesperrt.
- Die falsche Schwierigkeit aus Gewohnheit wählen. Wer einfach den alten Schwierigkeitsgrad übernimmt, bekommt nicht automatisch den besten Lauf. Manchmal ist eine Stufe höher oder niedriger die deutlich bessere Entscheidung.
Wer diese Punkte im Blick behält, nutzt NG+ als Werkzeug statt als Frustverstärker. Und genau das macht den Modus bis heute interessant: Er belohnt Planung, nicht nur Reaktion.
Warum sich ein sauber geplanter NG+-Run auszahlt
Ein gut vorbereiteter NG+-Durchlauf zeigt am Ende ziemlich klar, wie viel Tiefe in God of War steckt. Im 2018er Teil tragen Skap Slag, neue Ausrüstungsränge und zusätzliche Rüstungssets den zweiten Lauf. In Ragnarök kommen mehr Progressionspfade, neue Enchantments, Burdens und die erweiterte Arena dazu, also genau die Bausteine, die aus Wiederholung eine echte zweite Spielphase machen.
- Ich würde immer mit einem klaren Ziel starten: maximaler Schaden, mehr Komfort oder bewusst harte Challenge.
- Ich würde vor dem Neustart einen separaten Speicherstand anlegen, damit ich ohne Risiko experimentieren kann.
- Ich würde Ressourcen nur dann investieren, wenn sie wirklich in das Build passen, das ich im zweiten Lauf spielen will.
So wird aus NG+ kein bloßer Neustart, sondern ein zweiter, kontrollierterer und meist besserer Durchlauf, der sich für Rückkehrer deutlich mehr lohnt als ein einfaches erneutes Beginnen.