Immortals Fenyx Rising ist ein Action-Adventure, das griechische Mythologie, offene Welt und schnelle Kämpfe in ein bewusst leichtfüßiges Paket steckt. Für eine ehrliche Einschätzung zählt deshalb nicht nur, ob das Spiel hübsch aussieht, sondern ob Rätsel, Erkundung und Fortschritt auch nach mehreren Stunden tragen. Genau das ordne ich hier ein: Stärken, Schwächen, Spielgefühl und die Frage, ob sich das Abenteuer 2026 noch lohnt.
Das Spiel glänzt im Kampf und in der Optik, wiederholt sich aber spürbar
- Die größte Stärke ist das direkte, flüssige Kampfsystem mit viel Bewegung und klaren Fähigkeiten.
- Die offene Welt setzt auf Klettern, Gleiten und Gewölbe, wirkt dadurch aber sehr nah an der bekannten Ubisoft-Formel.
- Der Ton ist locker und humorvoll, die Story bleibt eher charmant als tief.
- Für die Hauptgeschichte solltest du grob mit etwa 25 Stunden rechnen; mit viel Nebeninhalt wird es deutlich länger.
- Auf stärkerer Hardware fühlt sich das Spiel am besten an, vor allem wenn du den Performance-Modus bevorzugst.
Worum es in Immortals Fenyx Rising geht
Ubisoft hat das Spiel 2020 als farbenfrohes Open-World-Action-Adventure veröffentlicht, und genau so spielt es sich auch: leicht zugänglich, klar lesbar und von Anfang an auf Momentum ausgelegt. Du steuerst Fenyx durch eine mythologische Welt, befreist Götter und räumst eine Spielwelt auf, die mehr an ein gut gestimmtes Abenteuer als an ein schweres Rollenspiel erinnert.
Wichtig ist für mich vor allem die Zielrichtung. Das Spiel will nicht komplexe Systeme stapeln, sondern dich schnell ins Erkunden, Kämpfen und Lösen von Aufgaben bringen. Wer eine dichte Story mit harter Moral, ständiger Überraschung und viel Gewicht sucht, wird eher kühl bleiben; wer eine lockere, stilisierte Fantasie-Reise will, bekommt sehr viel klarer, was er erwartet. Genau deshalb hängt viel davon ab, wie du auf die Mischung aus Mythologie und leichter Zugänglichkeit reagierst.
Von hier aus wird verständlich, warum das Kampfsystem so oft als Hauptgrund genannt wird, überhaupt dranzubleiben.
Warum das Kampfsystem im Test so gut trägt
Ich halte das Kampfsystem für den eigentlichen Motor des Spiels. Angriffe, Ausweichen, Fernkampf und Spezialfähigkeiten greifen sauber ineinander, und durch die hohen, oft luftigen Bewegungen entsteht ein Tempo, das deutlich lebendiger wirkt als in vielen anderen Open-World-Spielen.
Besonders gut funktioniert dabei, dass Kämpfe nicht wie Pflichtarbeit wirken. Du kannst Gegner schnell lesen, Waffen und Fähigkeiten direkt ausprobieren und den Schwierigkeitsgrad anpassen, wenn du lieber locker durchziehen oder bewusst mehr Druck spüren willst. Auf den höheren Stufen wird es spürbar fordernder, auf leichteren Stufen bleibt das Ganze angenehm zugänglich.
Ein praktischer Unterschied zu vielen Genre-Vergleichen: Die Ausrüstung nutzt sich nicht ab. Dadurch experimentierst du freier, weil kein permanenter Verlustdruck mitschwingt. Genau diese Freiheit macht viele Gefechte so befriedigend, und sie erklärt auch, warum das Spiel in längeren Sessions weniger zäh wirkt als man zunächst erwarten würde.
Die Kehrseite ist schlicht, dass gute Kämpfe allein noch keine starke Welt ergeben. Deshalb lohnt sich der Blick darauf, wie das Erkunden aufgebaut ist.

Die offene Welt macht am meisten Spaß in Bewegung
Die Goldinsel lebt davon, dass du kletterst, gleitest und schnell von einem Punkt zum nächsten kommst. Ich mag an diesem Aufbau, dass das Spiel sehr früh vermittelt: Alles, was du siehst, soll grundsätzlich erreichbar sein. Diese unmittelbare Lesbarkeit ist ein echter Pluspunkt, weil sie Frust reduziert und das Abenteuer flüssig hält.
Die Gewölbe und Rätsel sind dabei das zweite Standbein. Sie geben der Welt Struktur und liefern kleine Denkpausen zwischen den Kämpfen. Gerade die Mischung aus Plattforming, Schalterrätseln und Belohnungen funktioniert anfangs stark, weil du fast immer das Gefühl hast, dir Fortschritt tatsächlich zu verdienen.
Genau hier liegt aber auch eine Grenze: Die Welt ist schön gebaut, doch sie arbeitet sehr konsequent mit wiederkehrenden Mechaniken. Wer in solchen Spielen ständig neue Systeme oder harte Überraschungen erwartet, merkt irgendwann, dass der Rhythmus eher sauber als mutig ist. Damit sind wir direkt bei dem Punkt, an dem die Formel anläuft.
Wo die Formel auf Wiederholung stößt
Der häufigste Vorwurf an Immortals Fenyx Rising ist für mich nachvollziehbar: Vieles macht Spaß, aber nicht alles bleibt lange frisch. Nebenaufgaben, Kämpfe und Sammelziele wiederholen sich im Verlauf deutlich, und genau dadurch verliert die offene Welt stellenweise an Spannung. Das ist kein Totalschaden, aber es ist spürbar.
Auch die Story bleibt eher leicht als tief. Der Ton ist bewusst locker, manchmal fast frech, und das passt grundsätzlich gut zum Spiel. Nur ersetzt Humor eben keine emotionale Wucht, und genau dort bleibt das Abenteuer begrenzt. Ich würde es deshalb eher als unterhaltsame Reise mit Mythologie-Flair beschreiben als als Erzählung, die lange nachhallt.
| Stärke | Schwäche | Was das praktisch heißt |
|---|---|---|
| Kämpfe | Wiederholte Begegnungen | Die ersten Stunden tragen stark, später zählt die eigene Lust am System mehr als die Überraschung. |
| Optik | Wenig echte Wagnisse | Die Welt sieht gut aus, bleibt aber stark auf Lesbarkeit statt Staunen getrimmt. |
| Humor | Begrenzter Tiefgang | Der Ton macht das Spiel sympathisch, ersetzt aber keine große Geschichte. |
| Rätsel | Teilweise ähnliche Muster | Wer viele Gewölbe spielt, erkennt die Struktur schnell wieder. |
Wenn du mit solchen Grenzen leben kannst, ist das Spiel immer noch stark genug, um zu tragen. Die Frage ist nur, wie viel Inhalt es dir konkret gibt und auf welcher Hardware es am besten wirkt.
Technik, Umfang und Spielzeit in der Praxis
Im Alltag ist Immortals Fenyx Rising ein vergleichsweise gut kalkulierbares Spiel. Für die Hauptgeschichte kannst du grob mit etwa 25 Stunden rechnen, wenn du normal spielst und nicht alles ignorierst. Wer viele Nebenaufgaben, Gewölbe und Sammelziele mitnimmt, landet deutlich höher, oft bei 50 Stunden oder mehr.
Das ist aus meiner Sicht eine vernünftige Größenordnung. Das Spiel ist lang genug, um Substanz zu haben, aber nicht so ausufernd, dass es sich wie Pflichtprogramm anfühlt. Vor allem für Spieler, die lieber in klaren Etappen vorankommen, ist diese Struktur angenehm.
Technisch fühlt sich das Abenteuer auf stärkerer Hardware am rundesten an. Auf PS5 und Xbox Series X läuft es im Performance-Modus besonders flüssig, was den schnellen Kampfrhythmus unterstützt. Wer Wert auf ein sauberes Spielgefühl legt, sollte deshalb eher die Version auf der Plattform wählen, auf der Leistung vor Optik nicht dauerhaft zurücksteht.
Damit ist die technische Seite geklärt, aber die eigentliche Kaufentscheidung hängt noch immer davon ab, was du von dem Spiel erwartest.
Für wen sich der Kauf 2026 wirklich lohnt
Ich würde Immortals Fenyx Rising klar empfehlen, wenn du Action-Adventures magst, die sofort verständlich sind und dich nicht mit zu vielen Systemen erschlagen. Besonders gut passt es zu Spielern, die gerne erkunden, kleine Rätsel lösen und in Kämpfen schnell ein sauberes Gefühl von Fortschritt spüren wollen.
Eher vorsichtig wäre ich, wenn du vor allem eine starke Story, ein sehr hohes Anspruchsniveau oder maximale Abwechslung suchst. Dann kann das Spiel zu gefällig, zu repetitiv oder zu nah an bekannten Open-World-Mustern wirken. Genau an diesem Punkt entscheidet am Ende oft der Preis: Im Angebot wirkt das Gesamtpaket deutlich stimmiger als zum vollen Einstiegspreis.
| Du solltest zugreifen, wenn du... | Du solltest eher warten, wenn du... |
|---|---|
| leichte Zugänglichkeit und gute Steuerung schätzt | eine ungewöhnliche, riskante Designidee erwartest |
| Kampf und Erkundung gleich wichtig findest | hauptsächlich wegen einer tiefen Geschichte spielst |
| Mythologie mit lockerem Ton magst | dauerhaft maximale Herausforderung suchst |
| ein solides Abenteuer für viele Abende willst | bei Wiederholungen schnell die Geduld verlierst |
Wer sich in diesen Punkten wiederfindet, bekommt hier noch immer ein gutes Stück Spielzeit für sein Geld. Und genau daraus ergibt sich mein heutiges Gesamturteil.
Was mein heutiges Urteil zu Immortals Fenyx Rising am besten zusammenfasst
Für mich ist das Spiel kein revolutionärer Meilenstein, sondern ein sehr ordentliches, oft unterschätztes Action-Adventure, das seine Stärken sauber ausspielt: flotter Kampf, angenehmes Erkunden, klare Struktur. Seine Schwächen sind ebenso klar, vor allem die Wiederholungen und der begrenzte erzählerische Tiefgang.
Wenn du ein modernes, leicht zugängliches Abenteuer suchst, das Mythologie mit guter Mechanik verbindet, ist das eine vernünftige Wahl. Wenn du dagegen vor allem das nächste große, unerwartete Highlight erwartest, würde ich genauer hinschauen und nur bei einem wirklich guten Preis zuschlagen. Ich würde es heute so zusammenfassen: stark im Spielgefühl, ordentlich im Inhalt, am überzeugendsten mit der richtigen Erwartung.